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Beschäftigungs-Einrichtungen gpe und Spaz bieten benachteiligten Jugendlichen eine Ausbildungschance
Von
Michael Heinze

Allgemeine Zeitung vom 16.10.2007
Arbeitsagentur finanziert 120 Ausbildungen außerhalb von Betrieben
MAINZ. Die Lage auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt hat sich zwar "deutlich entspannt", wie Irene Gross-Herzog von der Berufsberatung Mainz bei einem Pressegespräch betonte, doch die Verbesserungen bekommen nicht alle zu spüren: Während gute Realschüler bei Unternehmen laut Gross-Herzog wieder gefragt sind, sieht es für Hauptschüler und benachteiligte Jugendliche, die etwa sozial auffällig sind oder Drogenprobleme haben, weniger günstig aus.
Deshalb wurden von der Bundesagentur für Arbeit im Bereich Mainz 120 Berufsausbildungen in außerbetrieblichen Einrichtungen finanziert. Keine ganz preiswerte Lösung: Pro Monat und Auszubildenden betragen die Kosten 800 bis 1100 Euro. Ausbilder, Lehrkräfte und Sozialpädagogen betreuen die Jugendlichen.
Gegenwärtig zählt Gross-Herzog noch 239 "unversorgte Bewerber". Die Wartelisten sind "proppenvoll", doch gegenüber 400 im vergangenen Jahr sei das ein Fortschritt.
In Mainz profitieren von dem Projekt seit September unter anderem 15 junge Männer und Frauen, die sich für die Gastronomie entschieden haben. Sie lernen den Beruf des Kochs oder der Fachkraft im Gastgewerbe etwa in der Rathauskantine oder im Hotel INNdependece. Letzteres gehört zur Gesellschaft für psychosoziale Einrichtungen (gpe), die Rathauskantine wird von SPAZ betrieben.
Beim Hotel können sich die Junggastronomen aktuell mit einem neuen Brunch-Angebot beweisen: Von 11 bis 14 Uhr müssen sie ihren Gästen eine Mischung aus Frühstück und Mittagessen servieren.
Das Gastgewerbe ist Hotelmanager Alexander Tränkmann zufolge für die Jugendlichen eine gute Branche, da sie bei guter Arbeit viel Lob von Gästen erhielten. Für viele sei Anerkennung eine neue Erfahrung.
Damit die geschaffenen Plätze nicht wirkungslos verpuffen, müssen von den Trägern – in Mainz und Umgebung sind das die Agentur für Arbeit, die Jobcenter für Arbeitsmarktintegration der Stadt Mainz sowie der Kreise Mainz-Bingen und Alzey-Worms – einiges beachten: So sollen die Jugendlichen, die in den Genuss der Chance kommen, Engagement zeigen, wie Claudia Schumacher von der Arge Mainz-Bingen betont: "Die Jugendlichen müssen sich die Maßnahme verdienen."
Auf einen anderen Gesichtspunkt machte Gross-Herzog aufmerksam: Nur Berufe, bei denen die Auszubildenden eine Chance auf eine Anstellung haben, würden berücksichtigt. Oberstes Ziel sei es laut Silvia Riemer, Geschäftsführerin bei der SPAZ, die Jugendlichen so schnell wie möglich bei Betrieben unterzubringen.
Die Verantwortlichen sind sich einig, dass Jugendliche nach der intensiven Begleitung gegenüber anderen Bewerbern Vorteile haben. Schumacher glaubt, dass die so betreuten Auszubildenden "gefestigter" sind und mit Konflikten besser umgehen können. Angelika Adams, Geschäftsleitung der gpe, verwies darauf, dass Jugendlichen eine gute Basis erhalten und der Ausbilder ein genaues Profil bekommt: "Er weiß, wie der Auszubildende zu behandeln ist." Bei anderen Bewerbern gebe es dagegen öfter böse Überraschungen. (be)
Mainzer Rheinzeitung vom 18.10.2007
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